Wie die Zeitumstellung unsere innere Uhr durcheinander bringt

 

Wie die Zeitumstellung unsere innere Uhr durcheinander bringt: Die alljährliche Zeitumstellung ist ein großes Streitthema. Ist sie eine gute Idee oder eigentlich nicht? Persönlich liegen die Meinungen weit auseinander. Wir haben euch auf Facebook gefragt und es steht 50:50. Die eine Hälfte sagt, die Zeitumstellung mache ihnen nichts aus. Die andere Hälfte spricht von sowohl positiven als auch negativen Effekten auf ihre Gesundheit und ihren Alltag — allerdings überwiegen die negativen.

Deutschlandweit sagt nur jeder vierte, dass er unter der Zeitumstellung leidet. Ihnen allen ist eins gemein: die Müdigkeit. Die Zeitumstellung hat einen großen Effekt auf unsere innere Uhr. Nach ihr richten sich unser Tages- und Schlafrhythmus. Sie bestimmt darüber, ob wir uns morgens um 7 Uhr ausgeschlafen fühlen oder nicht.

Wie die Zeitumstellung unsere innere Uhr durcheinander bringt

Nach der Zeitumstellung ist an einen entspannten Schlaf kaum zu denken

Ständige Müdigkeit ist eins der häufigsten Probleme

Die meisten Menschen fühlen sich mindestens einen Tag nach der Zeitumstellung nicht ausgeschlafen. Das bestätigt auch unsere Umfrage. Viele beklagen außerdem, dass sie mitunter noch eine Woche bis einen Monat nach der Zeitumstellung schlecht schlafen.

„Es dauert immer ewig lange, bis meine innere Uhr umgestellt ist. Ich fühle mich müde und schlapp“, schreibt eine Userin auf Facebook.

Der Schlafmangel führt für viele zu Stress und der wirkt sich auf unseren Körper aus. Neben ständiger Müdigkeit klagen einige auch über ein generelles Unwohlsein sowie Stoffwechsel- und Verdauungsprobleme. Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, für den ist die Zeitumstellung kein Spaß. Denn auch die Einnahmezeiten müssen angepasst werden.

„Ich leide auch am Anfang sehr unter der Zeitumstellung, vor allem mein Hund ist sehr durch den Wind“, schreibt eine anderen Userin.

Besonders Familien mit Kindern und Haustieren berichten von Problemen nach der Zeitverschiebung. Denn die Kinder und Tiere richten sich weniger nach unseren Uhren, sondern nach den natürlichen Tages- und Nachtzeiten bzw. alltäglichen Routinen. Nach der Zeitumstellung kommen diese erst einmal durcheinander, das beginnt schon mit dem Start in den Tag.

Das sagt die Wissenschaft über die Zeitumstellung

Wie unsere innere Uhr tickt, bestimmt nicht unser Wecker, sondern der natürliche Wechsel von Tag und Nacht — und zu einem gewissen Teil unsere Gene. Sie sorgt dafür, ob wir Nachteulen oder Frühaufsteher sind.

Für alle gilt aber die Winterzeit als die natürliche Zeit. Die Sommerzeit dagegen ist aus Sicht unseres Biorhythmus’ unnötig. Die 1980 eingeführte Zeitumstellung sollte eigentlich dazu führen, dass wir weniger Energie verbrauchen. Denn mit der Sommerzeit war es abends länger hell. Doch hat sich diese Hoffnung mittlerweile als Trugschluss herausgestellt. An unserem Energieverbrauch hat sich wenig geändert.

Heute ist die Zeitumstellung ein Relikt, das mehr schadet als Nutzen bringt. Die gesundheitlichen Folgen des Zeitenwechsels wurden bereits von verschiedenen Studien untersucht.

Einerseits kommt es zum Wechsel zur Winterzeit häufiger zu Wildunfällen. Denn der Berufsverkehr verlegt sich mit der Winterzeit in die Dämmerung. Daran müssen sich Autofahrer erst einmal gewöhnen. Andererseits sorgt die Zeitumstellung auf lange Sicht zu Stoffwechselstörungen, Übergewicht sowie zu einem höheren Risiko für einen Herzinfarkt.

Wie die Zeitumstellung unsere innere Uhr durcheinander bringt - Herbstspaziergang

Ein Herbstspaziergang am späten Nachmittag kann die innere Uhr zurückstellen

Tipps zur besseren Vorbereitung auf die Zeitumstellung

Wer sich rechtzeitig auf die Zeitumstellung vorbereitet, kann den inneren „Jetlag“ aber minimieren. In Vorbereitung auf die Winterzeit reicht es schon, an den Tagen davor jeden Abend 10-15 Minuten später als gewohnt ins Bett zu gehen.

Sehr gut hilft außerdem: Sonne tanken — oder zumindest den Tag vor der Zeitumstellung draußen verbringen und die innere Uhr zurückstellen. Ein Spaziergang am späten Samstagnachmittag, wenn es noch hell ist, sollte mindestens drin sein.

Vor der Sommerzeit geht es genau anders herum: Hier hilft es, die Tage zuvor für 10-15 Minuten früher als gewohnt schlafen zu gehen. Früheres Schlafengehen kann schwerfallen, doch mit unseren Einschlaftipps und einem Glas warmer Milch mit Honig klappt auch das.

Ob sich an dem Zeitenwechsel bald etwas ändern wird, bleibt abzuwarten. Auch wenn sich viele Menschen und die Europäische Union dafür aussprachen, ihn abzuschaffen, werden wir uns am Sonntag, dem 27. Oktober, noch einmal auf Winterzeit umstellen. Noch können sich die Mitgliedsstaaten der EU nicht auf eine einheitliche Zeit einigen.