Garten: Hausmittel gegen Schnecken

Nacktschnecke im Gras

 

Ein weiteres Jahr zieht ins Land. Ein weiteres Jahr, in dem jede Hobbygärtnerin den verzweifelten Kampf gegen die wohl gefräßigsten Gartenschädlinge führt: Schnecken. Diese kleinen nimmersatten Plagegeister fallen jeden Sommer aufs Neue über Nutz- wie Zierpflanzen her. Ein Ärgernis für jede Gärtnerin!

Soweit muss es aber nicht kommen: Wenn die Schnecken im Garten ihr Unwesen treiben, kann auf natürliche Hausmittel zurückgegriffen werden. Die folgenden natürlichen Hausmittel vertreiben die Schnecken nicht nur, sondern halten sie auch längerfristig aus den Beeten fern.

Während der Garten oder Balkon zurückerobert wird, sollte in jedem Fall auf den Einsatz von Chemie verzichtet werden. Denn solche Schädlingsbekämpfungsmittel wirken sich negativ auf die Umwelt aus. Sie schaden nicht nur den Schnecken, sondern auch anderen Tieren und Insekten — und sogar uns Menschen. Denn besonders bei Nutzpflanzen können chemische Bestandteile in das Gemüse eindringen, das wir und unsere Enkel dann zu uns nehmen. Und das wollen wir ja nicht.

Weinbergschnecken im Garten | Beste Omas

Schneckenresistente Gemüsepflanzen wählen

Bereits von vornherein können Pflanzen für den Garten ausgewählt werden, die den Schnecken nicht schmecken. So verlassen sie mit der Zeit das Beet und die Schneckendichte nimmt ab.

Einige Pflanzen wissen sich sogar gegen Fressfeinde zu wehren. Sie setzen auf Abwehrmechanismen wie giftige Inhaltsstoffe, harte, haarige und ledrige Blätter, Bitterstoffe, Brennhaare, schwer verdauliche Stoffe sowie Dornen und Stacheln. Dadurch ignorieren Schnecken auch in Notzeiten die saftigsten grünen Blätter der folgenden Gemüsepflanzen:

  • Chicorée
  • Endivie
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Knoblauch
  • Mangold
  • Porree 
  • Radicchio
  • Rhabarber
  • Rotblättriger Salat (Lollo Rosso)
  • Rucola 
  • Schnittlauch
  • Sellerie
  • Spargel
  • Spinat
  • Zuckerhut
  • Zwiebeln

Bäume und Sträucher sind in der Regel kaum anfällig für Schnecken. So bleiben Zitrusbäume, Obst- und Nadelgehölze von den Schädlingen verschont. Vor allem Beerenfrüchte setzen sich vehement zur Wehr, da ihre Früchte für die Schnecken nur schwer zu verdauen sind.

Die richtigen Nachbarn

Es gibt einige Pflanzen, die Schnecken erfolgreich abwehren. Sie werden ganz einfach zwischen die bedrohten Nutz- und Zierpflanzen gesetzt. Besonders stark duftende Kräuter wie Thymian, Lavendel und Rosmarin haben sich bewährt. Es eignen sich aber auch Knoblauch, Zwiebeln und Kapuzinerkresse. Sie setzen ätherische Öle und Bitterstoffe frei, die die Schnecken als abstoßend wahrnehmen. Am besten die Pflanzen als Einfassung um ein Gemüsebeet pflanzen, so halten sie die meisten Schnecken wie ein Schutzgürtel auf Abstand. Doch Achtung: Basilikum wiederum schmeckt den meisten Schnecken sehr gut.

Aus einigen dieser Pflanzen kann zudem Jauche herstellt werden. Dafür eigenen sich Holunder, Lavendel, Tomaten und Rhabarber. Zur Herstellung der Jauche 50 g getrocknete Blätter mit einem Liter kaltem Wasser übergießen. Die Flüssigkeit einen Tag lang ziehen lassen und anschließend die Blätter heraussieben. Frische Blätter sollten drei Tage lang im Wasser ziehen. Danach die Blätter heraussieben und die Jauche im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnen. Die Jauche wird auf besonders stark betroffene Pflanzen gesprüht. Dabei nicht die Stängel und Blattunterseiten vergessen.

Fressfeine ansiedeln

Eine weitere Möglichkeiten der Schneckenplage vorzubeugen, ist es, den Schnecken ihre natürlichen Fressfeine entgegenzusetzen. Denn Igel, Kröten, Laufkäfer, Spitzmäuse und Vogelarten wie Amseln, Stare, Elstern und Meisen haben Schnecken zum Fressen gern. Sie werden im Garten mit einfachen Mitteln da angesiedelt, wo bestimmte Pflanzen geschützt werden sollen.

Im Frühjahr werden durch Nistkästen einige Vogelarten in den Garten gelockt. Auf der Jagd nach Futter für ihre Jungtiere erwischen sie so die eine oder andere Schnecke. Auch mithilfe von Futterstellen wie Meisenknödeln gelangen Vögel für längere Zeit in den Garten. Denn sind sie erst einmal im Garten, sehen sie sich nach weiteren potentiellen Nahrungsquellen um.

Todholz- und Laubhaufen sowie Reisig bieten Unterschlupf für Igel, Laufkäfer und Kröten. Am besten den Unterschlupf in der Nähe der zu schützenden Pflanze errichten. So sind die Schnecken ihren Feinden ausgeliefert.

Igel gegen Schnecken | Beste Omas

Schneckenzaun schützt Pflanzen

In jedem Baumarkt und Garten-Center gibt es Schneckenzäune* zu kaufen. Je nachdem können diese aber recht teuer sein. Preiswerter ist es, mithilfe von Kupferdraht und Drahtgeflecht einen eigenen Schneckenzaun zu bauen. Das Geflecht wird dabei so zugeschnitten, dass es um eine einzelne Pflanze oder das gesamte Beet passt und mindestens 30 cm hoch ist. Dabei ist zu bedenken, dass die Pflanzen Platz zum Wachsen brauchen. 

Der Drahtring muss so groß sein, dass keine Blätter herüberhängen. Die würden den Schnecken nämlich als Leiter dienen. Das Drahtgeflecht 10 cm tief in die Erde drücken. Die obere Kante dann in einem 45 Grad Winkel nach außen biegen. Dieser Rand sorgt dafür, dass die Schnecken nicht mehr weiter nach oben kriechen können.

Zum Schluss wird der Zaun mit kleinen Holzpflöcken stabilisiert und an der oberen Kante Kupferdraht befestigt. Er ist der wichtigste Bestandteil eines Schneckenzaunes, denn Schnecken reagieren auf Kupferdraht besonders empfindlich. Das liegt daran, dass der Schneckenschleim leicht sauer ist. Wenn eine Schnecke nun auf den Kupferdraht kriecht, kommt es zu einer chemischen Reaktion und Ionen werden freigesetzt. Für die Schnecke kommt es zu einem unangenehmen Gefühl und sie dreht um.

Eierschalen halten Schnecken ab

Schnecken mögen es wiederum gar nicht, durch eine Barriere aus harten, spitzen Krümeln zu kriechen. Eine solche Barriere kann man sich in Beeten zu Nutze machen. Am besten eignen sich dafür Eierschalen. Ganz einfach nach dem Kochen oder Backen die Eierschalen aufheben und sie in einer Schüssel mit einer Gabel oder einem Mörser zerdrücken. Die Eierschalensplitter werden als Ring um die zu schützende Pflanze gestreut. Alternativ eignet sich auch ein Ring aus Sägemehl. Wenn es jedoch regnet, muss der Ring aus Sägespänen oder Eierschalen erneuert werden.

Wer auf der Suche nach einer Alternative zu Eierschalen und Sägespänen ist, die optisch auch etwas hermacht, der kann zu kleinkörnigem Splitt greifen. Auch hier sorgen die kleinen harten Splitter dafür, dass die Schnecken nicht darüber kriechen wollen. Zusätzlich passt sich Splitt in verschiedenen Farben dem Gartenbild an und er muss nicht nach Regentagen erneuert werden. 

Kaffeesatz gegen Schnecken

Ein weiteres Hausmittel gegen Schnecken ist Kaffeesatz. Dabei sind passionierte Kaffeetrinker klar im Vorteil, denn der Kaffee fällt als Abfallprodukt mehrmals am Tag an und muss nicht extra gekauft werden.

Bei dieser Methode gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann der Kaffeesatz in einem Eimer gesammelt werden. Ist darin genug enthalten, wird der Kaffeesatz großflächig auf das zu schützende Beet gestreut. Zum anderen reicht der morgendliche Kaffeesatz bereits aus, um einige einzelne Pflanzen zu schützen. Dafür den Kaffeesatz ringförmig und die Pflanzen streuen. Das Ganze jeden Morgen wiederholen.

Aber Achtung: Der Kaffeesatz sollte nur dünnflächig aufgebracht werden. Damit die Koffeinkonzentration nur gering ist. Andernfalls würden die Schnecken an einer zu hohen Koffeinkonzentration sterben.

Schnecken richtig absammeln

Sollten sich trotz allem dennoch Schnecken in den Garten verirren, können die Tiere von betroffenen Pflanzen abgesammelt werden. Damit die kleinen Biester nicht zurück in den Garten finden und auch kein Nachbar geschädigt wird, sollten sie in einiger Entfernung wieder ausgesetzt werden. Es sollten mindestens 20 m sein. Denn so wird ihr natürlicher Instinkt gestört — sie finden den Weg nicht mehr zurück. Aber Achtung: Nicht alle Schnecken müssen abgesammelt werden. Denn der schwarz gescheckte Tigerschnegel und die Weinbergschnecke sind natürliche Fressfeinde unserer Nacktschnecken. Daher sind sie nicht als Feinde, sondern als Nützlinge anzusehen.

Wenn auch du Schnecken auf frischer Tat in deinem Garten ertappst, musst du nicht gleich verzweifeln. Greif einfach auf diese Hausmittel zurück, um deine Pflanzen vor den nimmersatten Plagegeistern zu schützen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.